Sind Epstein-Barr-Virus und Vitamin-D-Mangel Hinweise auf Multiple-Sklerose-Risiko?
Eine Infektion mit dem EBV-Virus erhöht das Risiko, am Pfeifferschen Drüsenfieber zu erkranken, nachweislich drastisch. Auch von einem erheblichen Krebsrisiko wird in Fachkreisen schon länger ausgegangen.
Seit kurzem jedoch beschäftigen sich Mitglieder des Ärztlichen Beirats der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft in einer Studie auch mit dem Verdacht, dass eine EBV-Virus Infektion in Kombination mit niedrigen Vitamin-D-Werten ein starker Marker für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose (MS) sein kann. Die Untersuchungen stützen sich auf die Blutproben von 25 MS-Patienten, die bei ihnen in der Zeit vor Auftreten erster MS-Symptome (sieben Jahre bis zwei Monate davor) genommen wurden. Im Vergleich zu den Daten einer beobachteten gesunden Kontrollgruppe zeigen sie hinsichtlich der Vitamin-D-Werte zwei Jahre vor Ausbruch der Krankheit deutliche Unterschiede und hinsichtlich des Nachweises des Epstein Barr Virus bereits drei Jahre zuvor.
Dass geringe Vitamin-D-Werte das Risiko auf eine MS-Erkrankung erhöhen, haben bereits früher schon Studien angezeigt. Das nachgewiesene starke Absinken zwei Jahre vor Ausbruch der Krankheit hat die Forscher aber überrascht und eine nachvollziehbare Erklärung hierfür haben sie nicht. Vitamin D hat starken Einfluss auf das menschliche Immunsystem und so mutet es durchaus logisch an, dass der Organismus durch niedrige Vitamin-D-Werte anfälliger sein kann. Dass allerdings ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen diesen Werten und einer später auftretenden Epstein Barr Virus Infektion besteht, lässt sich nicht wissenschaftlich belegen. Bisher handelt es sich beim Suchen nach Zusammenhängen noch immer um Hypothesen. Weitere Studien in dieser Richtung werden aber sicher folgen, um zu überprüfen, ob das Vitamin D neben dem Epstein Barr Virus als Indikator für das Risiko eine MS-Erkrankung angesehen werden kann.
Vitamin D ist fettlöslich und hat unter den vielen Vitaminen, die den menschlichen Organismus beeinflussen, eine besondere Stellung. Es kann in unserer Haut durch Sonneneinwirkung selbst produziert werden. Durch normalen Aufenthalt im Freien wird der Bedarf an Vitamin D zu rund 75-90 Prozent gedeckt, den Rest nehmen wir über Nahrung zu uns. In pflanzlichen Produkten ist das Vitamin allerdings so gut wie nicht vorhanden, hohe Konzentration liefern vor allem fettreiche Fische. Um bekannten Vitamin-D-Mangelerkrankungen wie Rachitis oder Osteoporose zu vermeiden, wird Kleinkindern und älteren Menschen häufig das Einnehmen von Vitamin-D-Präparaten empfohlen. Nicht nur bei der Erkrankung an Multipler Sklerose wird ein Zusammenhang mit dem Epstein Barr Virus und Vitamin-D-Mangel vermutet, auch mit Herzerkrankungen, Diabetes und einigen Krebsarten werden Hinweise auf das Epstein Barr Virus verfolgt. Wissenschaftlich stichfeste Nachweise gibt es dafür aber noch nicht.
Auch das EBV-Virus ist als Risikofaktor für eine MS-Erkrankung bisher noch nicht klinisch nachgewiesen, obwohl es dafür bereits lange im Verdacht steht. Allerdings gelang es Forschern der Harvard School of Public Health im amerikanischen Boston in einer langjährigen Studie einen starken Anstieg des Risikos einer MS-Erkrankung nach einer Infektion mit dem EBV-Virus nachzuweisen. Nicht sicher sind die Wissenschaftlicher um Alberto Ascherio aber hinsichtlich der Festlegung von Ursache und Folge: Sie schließen nicht aus, dass die Epstein Barr Virus Infektion umgekehrt auch auf einer noch nicht zum Ausbruch gekommenen MS-Erkrankung beruhen könne. Dass es aber Zusammenhänge zwischen dem EBV-Virus, den Vitamin-D-Werten und Multipler Sklerose gibt, ist unübersehbar. Wie sie genau aussehen, werden aktuell laufende Studien in der Zukunft zeigen.
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