Das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) ist eine weit verbreitete Erkrankung, die durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird. In der Regel verläuft die Erkrankung ungefährlich, allerdings kommt es gelegentlich vor, dass sie aufgrund der ähnlichen Symptome mit einer Streptokokken-Angina verwechselt wird.
Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus
Das Virus wird in den meisten Fällen über den Mund (oral) übertragen, weshalb die Krankheit auch "Kissing Disease" heißt. Durch den Speichelaustausch kommt es beim Küssen dazu, dass das Virus von einem infizierten Menschen, bei dem die Krankheit bereits in der Vergangenheit ausgebrochen ist und er Viruspartikel ausscheidet, auf einen nicht infizierten Jugendlichen oder jungen Erwachsenen übertragen wird.
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit liegt bei Kindern bei einer Woche bis einem Monat. Bei jungen Erwachsenen ist sie mit ein bis knapp zwei Monaten etwas länger.
Bildung von Antikörpern
Der Körper reagiert mit der Bildung von Antikörpern auf die Infektion. Das zeitliche Intervall des Krankheitsverlaufes wird in eine frühe und eine späte Phase und in eine Reaktivierungsphase unterteilt. Zu Krankheitsbeginn sind bereits CA-IgM-Antikörper und CA-IgG-Antikörper nachweisbar. Während die CA-IgG-Antikörper lebenslang persistieren, verflüchtigen sich die CA-IgM-Antikörper innerhalb der nächsten Tage und Wochen wieder. Neben den IgM-Antikörpern treten kurz darauf auch EA-IgG-Antikörper auf, die in der Rekonvaleszenzphase ebenfalls auf niedrige oder negative Werte zurückgehen. In seltenen Fällen kommt es zur Reaktivierung von IgM- und EA-IgG-Antikörpern noch Jahre nach der Infektion mit dem Virus. Diese Antikörper eignen sich daher nicht zur Identifizierung einer akuten Infizierung. Ein weiterer Antikörper, der zwischen der frühen und der späten Phase gebildet wird, ist EBNA (IgG). Wird EBNA vom Arzt im Blut nachgewiesen, kann er zumindest eine frische Infektion ausschließen, da dieses Antigen erst Wochen nach der Inkubation gebildet wird.
Symptome
Die Symptome der infektiösen Mononukleose sind grippeähnlich. Vor allem starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, in Verbindung mit einer Mandelentzündung und einer Lymphknotenschwellung, machen den Patienten zu schaffen. Häufig treten auch Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen auf. In seltenen Fällen kommt es auch zu Hautausschlägen am ganzen Körper.
Verlauf der Krankheit
Die Intensität des Krankheitsverlaufs ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Bei Kleinkindern verläuft die Krankheit in den meisten Fällen mild. Bei Erwachsenen können die Beschwerden über Monate anhalten. Es ist nicht selten, dass sie über permanente Schlappheit, Fieber, Kopfschmerzen und andere Symptome klagen und in dieser Zeit nahezu arbeitsunfähig sind. Dies ist insbesondere dann dramatisch, wenn sich die Erwachsenen gerade mit Dingen wie Karriere- oder Familienplanung beschäftigen oder wichtige Abschlussklausuren ihrer Ausbildung anstehen. Wer einmal am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt war und die Erkrankung überstanden hat, ist für den Rest seines Lebens immun gegen das Epstein-Barr-Virus.
Behandlung der Virus-Erkrankung
Die Diagnose erfolgt in ärztlicher Behandlung. Da es jedoch zahlreiche andere durch Viren, Bakterien oder Parasiten hervorgerufene Krankheitsverläufe (z. B. Streptokokken-Angina, Dreitagefieber, Toxoplasmose und akute HIV-Infektion) mit nahezu identischen Symptomen gibt, kann eine Verwechslung nicht ausgeschlossen werden. Es gibt keine antiviralen Substanzen auf dem Markt, die speziell auf die Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers abzielen. Häufig werden Schmerzmittel wie Paracetamol zur Schmerz- und Fiebersenkung eingesetzt. Der Einsatz von Antibiotika wird besonders dann in Erwägung gezogen, wenn eine Streptokokken-Angina nicht ausgeschlossen werden kann. Bei einer fehlerhaften Behandlung mit Antibiotika erleiden viele Patienten starke Hautausschläge und schlimme Juckreize, die sie um den Schalf bringen.
Wer das Pfeiffersche Drüsenfieber einmal überstanden hat, der kann sich glücklich schätzen und wird für den Rest des Lebens durch eine Immunität des Körpers gegen das EBV geschützt.
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