Epstein-Barr-Virus und multiple Sklerose
Über 95 Prozent aller Dreißigjährigen und etwa 98 Prozent aller Vierzigjährigen haben sich bereits mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert. Damit ist das zu den Herpesviren zählende doppelsträngige DNA-Virus eines der am meisten verbreiteten Viruserkrankungen überhaupt. Das in vielerlei Hinsicht rätselhafte EBV-Virus wird mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. So wird vermutet, dass die multiple Sklerose mit dem Virus in Zusammenhang steht.
Multiple Sklerose als Folge einer Infektion?
Die Hauptübertragungswege des Virus sind eine Kontaktinfektion oder eine Tröpfcheninfektion. Dabei wird das Virus insbesondere über den Speichel übertragen. Seltener ist eine EBV-Infektion im Zuge einer Bluttransfusion oder einer Transplantation. Da das Virus auch in den Genitalsekreten nachgewiesen wurde, vermutet man, dass das Virus auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Es ist nicht vollständig bewiesen, es wird jedoch vermutet, dass das EBV-Virus eine tragende Rolle bei der Erkrankung an multipler Sklerose besitzt und auch ein enger Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen besteht. Kinder, die an multipler Sklerose erkrankt sind, weisen weitaus häufiger eine Immunreaktion gegen das Virus auf als Kinder, die vollständig gesund sind. Diese Tatsache ist zumindest ein starkes Indiz dafür, dass die multiple Sklerose und das Virus nicht völlig unabhängig voneinander auftreten. Leider stellt die multiple Sklerose die Ärzte noch vor viele offene Fragen.
Epstein-Barr-Virus – Symptome und Pfeiffersches Drüsenfieber
Nach einer erfolgten Infektion mit dem Virus bildet der Körper in verschiedenen Zeitfenstern Antikörper, um das Virus zu bekämpfen. In der Diagnostik wird dieser Umstand genutzt und so beispielsweise geprüft, ob eine akute Infektion erfolgt sein kann oder nicht. Können IgG-Antikörper gegen EBNA-1-IgG (nukleäres Antigen) nachgewiesen werden, so ist das Virus in jedem Fall im Körper vorhanden. Bei einem positiven EBNA-IgG-Test lässt sich eine frische Übertragung ausschließen, da die Antikörper erst Wochen bis Monate nach dem Infektionszeitpunkt vom Körper gebildet werden. Es gibt auch Schnelltests, die zwar innerhalb kurzer Zeit eine Aussage über den Infektionsstand liefern, dafür aber mit gehöriger Unsicherheit behaftet sind. Bei etwa einem Drittel bis der Hälfte aller Infizierten bricht während ihres Lebens die infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) aus. Aufgrund der Übertragung über den Speichel wird die Mononukleose auch als kissing disease oder Kusskrankheit bezeichnet. Erkrankte Personen klagen über Fieber, angeschwollene Lymphknoten, eine Hals- oder Mandelentzündung, Kopfschmerzen, Husten und Schüttelfrost. Da die Symptome sehr ähnlich zu den Symptomen einer gewöhnlichen Grippe sind, wird das Pfeiffer-Drüsenfieber nicht selten mit einer Streptokokken-Angina verwechselt und fälschlicherweise mit wirkungslosen Antibiotika behandelt. In der Folge leiden die Patienten an unangenehmen Nebenwirkungen wie beispielsweise Ausschläge am ganzen Körper und schlimmen Juckreizen.
Behandlung des Pfeiffer-Drüsenfiebers
Leider wurde bisher kein Impfstoff entwickelt, der ein präventives Vorgehen gegen eine Infektion mit dem Virus ermöglichen würde. Wer eine Infektion vermeiden möchte, dem bleibt nichts anderes übrig als jeglichen Kontakt zu bereits infizierten Personen zu meiden. Dies lässt sich in der heutigen Arbeitswelt jedoch kaum realisieren. Es gibt kein allgemein anerkanntes Präparat, das von den Ärzten bei einer Erkrankung am Pfeiffer-Drüsenfieber verschrieben wird. Dem Patienten bleibt nichts anderes übrig als sich zu schonen und die ganze Energie des Körpers auf die Überwindung der Krankheit zu bündeln. Bei starkem Fieber können fiebersenkende Mittel eingesetzt werden. Der Flüssigkeitsausgleich wird durch das Trinken von Wasser und Tee bewerkstelligt.
Mit foranschreitendem medizinischen Fortschritt wird in Bezug auf das Virus sicherlich mehr Licht ins Dunkle gebracht werden. Dadurch können genauere Aussagen zum Epstein-Barr-Virus getroffen und seine Rolle zu anderen Erkrankungen (z. B. multiple Sklerose) aufgedeckt werden.
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